Faire Geschäftspraktik in Zeiten verantwortungsloser Gewinnmaximierung

Veröffentlicht auf von Mysterienschule München

 

Hallo zusammen-

 

das neue Jahr ist grad erst aus den Startlöchern und bei den täglichen Nachrichten kommt keine Langeweile auf: Neben den vielen menschenbedrohlichen Naturereignissen und Korruptionsvorwürfen ist mal wieder mit dem Dioxin-Skandal eine widerliche Geschäftspraktik aus der Lebenmittelherstellung offenbar geworden. Leider entsteht bei der gängigen Berichterstattung der Eindruck, die Dioxinverseuchung der Tierfuttermittel wäre ein Einzelfall aufgrund Nachlässigkeit oder vereinzelter krimineller Energie. Nachdem ich jedoch den aktuellen Vorwurf der Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner vom vorsätzlichem Panschen gelesen habe (klick auf link zum Artikel)

fiel mir wieder eine Aussage aus erster Hand ein, wonach offensichtlich bei der Lebensmittelherstellung ganz gezielt existierende Grenzwerte ausgenutzt werden:

 

Bei Pilzkonserven gibt es einen Grenzwert für den Anteil verdorbener Ware. Als Verbraucher gehe ich eigentlich davon aus, dass mit diesem Grenzwert verdorbene Kleinstanteile erfasst werden sollen, die angesichts der fabrikmäßigen Großmengen bei einem Naturprodukt unvermeidbar sind und keinen gesundheitlichen Schaden verursachen. Nun wurde mir aber aus erster Hand von einem Verantwortlichen berichtet, dass aus Gründen der Gewinnmaximierung gezielt verdorbene Ware billigst angekauft wird, um diese dann BIS ZUM ZULÄSSIGEN GRENZWERT (!!!) unterzumischen. Damit wird der eigentliche Sinn von Grenzwerten komplett auf den Kopf gestellt. Schadstoffe, Abfallprodukte und verdorbene Ware muss von den Firmen teuer entsorgt werden- da ist die eben beschrieben Methode mit Hilfe der Grenzwerte natürlich ein Gewinn für beide Seiten; statt für die Abfallentsorgung zu zahlen bekommt man Geld und diejenigen die den Abfall günstig unter eigentlich hochwertige Produkte mischen erhöhen ihren Gewinn. Und das anscheinend rechtlich korrekt, weil die Grenzwerte ja (meistens) eingehalten werden!

 

Als Verbraucher können wir uns fragen, wie weit wir so ein Verhalten mittragen wollen und versuchen, soweit wie möglich das Heft selbst in die Hand zunehmen und unser Geld dort auszugeben, wo wir auf faire und achtsame Geschäftspraktiken vertrauen können. Vermutlich kann man diese noch gut bei regionalen und kleinteiligen Erzeugern finden.

Zwei schöne Bespiele hierzu sind das Projekt von Sagaan (klick auf link zur Internetseite) und die Chiemgauer Ölmühle (klick auf link zur Internetseite).

 

Über Sagaan kam am Montag dieser Woche ein kleiner Bericht im Bayerischen Fernsehen, der die wunderbare Geschäftsidee mit Vorratsdosen aus feuchtigkeitsregelnder Birkenrinde vorstellt:

(klick auf link zum Video auf BR-online)

 

Viel Vergnügen beim Finden weiterer nachhaltiger Geschäftsideen

 

 

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(www.pdphoto.org)

 

und für Alle die besten Wünsche für 2011

von Anke

 

 

 

 

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