Organspende - was Sie unbedingt über Hirntod wissen sollten

Veröffentlicht auf von Hildegards Blog

Sogar als Ärztin stosse ich immer wieder auf Themen, die ich für mich eigentlich als abgeschlossen erachtet hatte. Nun stellte ich fest, dass auch mein Berufsstand sich über einiges nicht so klar ist, wie man vielleicht meinen könnte.

Es geht um den Begriff "hirntot".

Wir sind über die Aufrufe und Werbebilder zur Organspende und zum grössten Teil auch in der medizinischen Ausbildung auf die Bilder geeicht worden, die in uns Mitleid erregen und unsere Nächstenliebe aktivieren.

 

Die verzweifelt auf eine Niere wartenden Dialysepatienten, die hoffenden Herzkranken, die siech in den Intensivbetten liegen.... wir kennen sie, diese nonverbalen und doch so vielsagenden Blicke, die fast reflexhaft in uns das Bedürfnis wecken zu helfen, wo es nur geht, sogar mit unserem eigenen Leben.

Wir stellen uns dann vor, dass unser Körper, wenn wir gestorben sind, diesen sterbenskranken Patienten eine Möglichkeit bieten kann, ein würdiges und glückliches Leben im Kreise ihrer Familien zu leben....

 

Doch dieses Bild ist sehr einseitig und verklärt, es bildet nicht ab, was auf der Seite des Organspenders - ob Lebendspender oder als Hirntoter - wirklich passiert. Und auch diese 2. Seite muss beleuchtet werden, damit wir wirklich eine gute, eine stimmige Entscheidung treffen.

 

Es stellt sich nämlich heraus, dass Vieles nicht angesprochen wird:

- die medizinischen Folgen für den Lebendspender sind gravierend
- starke Leistungsminderung bis zum Lebensende in Arbeit/Sport/Alltag
- die Kostenübernahme (Krankenversicherung) ist für den Spender unklar 
- die Beziehungen leiden an Gewissenskonflikten bis hin zu Trennungen
- "hirntot" wird bis zu 30 % falsch diagnostiziert
- 60 % der Hirntoten könnten wiederbelebt werden
- der Sterbeprozess wird mit Schmerzmitteln, Muskelrelaxantien gekappt
- deshalb in einigen Ländern sogar Vollnarkose wg. starker Schmerzreaktionen
- Organspendeausweis gilt nicht im Ausland - Urlauber müssen widersprechen

 

 

Ich könnte noch weiter ausholen, aber ich denke, es ist wichtig, dass jeder, der gerne spenden möchte, sich selbst nun auf den Weg macht und nachforscht, wie es den Betroffenen und Angehörigen geht, welche Schwierigkeiten die Transplantationsmedizin wirklich hat...

Hier einige lohnende Beispiele als Aufhänger zur weiteren Suche nach Infos:
 

 

Hier ein Interview mit Dr. med. Doepp

 

 

Tabu Hirntod und Organspende - YouTube

Nierenlebendspende - ist sie wirklich so harmlos ? Dokumentation - YouTube

Organspende - tödliches Dilemma oder ethische Pflicht (3sat kulturzeit 30.08.2012) - YouTube

Reportage - Konfliktfall Organspende - YouTube

Verwirrung für Organspender - YouTube

Was am Ende bleibt: Gewissenskonflikt nach einer Organspende - YouTube

 

Es könnte sein, dass uns unser eigenes Sterben und der Sterbeprozess, wie wir ihn aus der Hospizbewegung als würdevolles Sterben bezeichnen, durch diese Filme bewusster wird.
Uns wird vor Augen geführt, dass die bisherige Politik und die Transplantationsmedizin eigentlich nur den Empfänger sieht... und das Geschäft dazu...

Aber der Spender und seine Angehörigen werden durch das High-Tech-Medizinsystem daran gehindert, einen der wichtigsten Augenblicke unserer Existenz in Würde durch alle Phasen des Sterbens gehen zu dürfen. Es ist ein operativer Akt am lebenden, schmerzempfindlichen Körper des sogenannten "Hirntoten", der zum Tod führt. Der menschliche Leib ist beseelt solange das Herz schlägt. 

 

Jede Zelle hat die gesamte Information dieses Menschen in sich und könnte ihn nachbilden (Klonen). Jede Zelle hat seine völlig eigene Signatur auf ihrer Oberfläche und "weiss", wohin sie gehört. Deshalb auch die Abstossungsreaktionen im Empfänger sein Leben lang, das ihn zwingt, das Immunsystem so stark medikamentös runterzufahren, damit es nur so langsam degeneriert, damit das Leben des Empfängers verlängert werden kann. Wenn man es genau nimmt, so wird der Empfänger damit künstlich eine erworbene Immunschwäche verabreicht (das nennt man in unserem Sprachgebrauch AIDS).

 

Und diese Symptome kommen beim Empfänger zustande:

- Verpilzung des Körpers
- Immunschwäche mit Infektanfälligkeit z.B. Lungenentzündungen
- Cortisonnebenwirkungen auf die Nebennieren und den Wasserhaushalt

 

Es bleibt jedem Menschen unbenommen, seine Entscheidungen aus Nächstenliebe zu treffen.
Aber ich möchte, dass diese Menschen eine wirklich fundierte Entscheidung treffen können. Wir brauchen keine werbetechnisch geschönte, keine in Schulen indoktrinierte, keine mangelhaft informierten Organspendeausweisbesitzer.

 

Herzlichen Dank fürs Lesen bis zum Schluss.
Hildegard 


Veröffentlicht in Gesundheit - Körper

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